Sole-Wasser-Wärmepumpe: Erdwärme nutzen – Kosten & Effizienz

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt Erdwärme als Energiequelle. Wir erklären Kosten, Bohrtiefe, Effizienz und ob sie sich gegenüber Luft-Wasser lohnt.

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (auch Erdwärmepumpe oder Geothermie-Wärmepumpe) gilt als effizienteste Wärmepumpenart. Sie nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs als Wärmequelle – unabhängig von der Außentemperatur.

Wie funktioniert die Sole-Wasser-Wärmepumpe?

In Erdsonden oder Erdkollektoren zirkuliert eine Sole-Flüssigkeit (Wasser-Frostschutzmittel-Gemisch), die Wärme aus dem Erdreich aufnimmt. Diese Wärme wird im Wärmepumpenprozess auf das gewünschte Temperaturniveau gehoben und ins Heizsystem übertragen.

Erdsonden oder Erdkollektoren?

Es gibt zwei Möglichkeiten zur Wärmegewinnung aus dem Boden: 1. Erdwärmesonden (Tiefenbohrung): Vertikale Bohrungen von 50–150 m Tiefe, die wenig Fläche benötigen. Ideal für kleine Grundstücke. 2. Erdkollektoren (Flächenkollektor): Horizontale Rohrleitungen in 1–2 m Tiefe, die eine große Fläche (1,5–2 × Wohnfläche) benötigen. Günstiger, aber nur mit ausreichend Grundstücksfläche möglich.

Kosten der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Die Gesamtkosten liegen deutlich über denen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe: - Gerät: 10.000–20.000 € - Tiefenbohrung (Erdsonde, 100 m): 8.000–15.000 € - Erdkollektor (alternativ): 5.000–10.000 € - Installation und Hydraulik: 5.000–10.000 € - Gesamt: 25.000–50.000 €

Mit BEG-Förderung kann ein erheblicher Teil dieser Kosten erstattet werden.

Effizienz: Die Stärke der Erdwärme

Da das Erdreich unter 10 m Tiefe ganzjährig zwischen 8 und 12 °C warm bleibt, arbeitet die Sole-Wasser-Wärmepumpe deutlich gleichmäßiger als die Luft-Wasser-Variante. Jahresarbeitszahlen von 4,0 bis 5,5 sind realistisch – und das auch an den kältesten Wintertagen.

Genehmigung erforderlich

Tiefenbohrungen für Erdsonden sind in Deutschland genehmigungspflichtig. Die Genehmigung wird von den Landesbehörden (meist Landratsamt oder Bergbauamt) erteilt. In der Nähe von Trinkwasserschutzgebieten oder geologisch sensiblen Bereichen kann die Genehmigung verweigert werden.

Fazit

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe ist die effizienteste Wärmepumpenart und ideal für Hausbesitzer, die eine maximale Jahresarbeitszahl und Unabhängigkeit von Wetterbedingungen wünschen. Die höheren Investitionskosten amortisieren sich über niedrigere Stromkosten langfristig.

Häufige Fragen

Brauche ich viel Grundstück für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?

Für Erdwärmesonden (Tiefenbohrung) reicht auch ein kleines Grundstück. Für Erdkollektoren (Flächenkollektor) benötigen Sie eine freie Fläche von etwa 1,5 bis 2 × der Wohnfläche.

Wie viel effizienter ist die Sole-Wasser-Wärmepumpe gegenüber Luft-Wasser?

Die JAZ ist typischerweise 0,5 bis 1,5 Punkte höher als bei Luft-Wasser-Wärmepumpen. Bei 4.000 kWh Stromverbrauch spart das 200–500 Euro jährlich.

Lohnt sich die Sole-Wasser-Wärmepumpe gegenüber Luft-Wasser?

Wegen der höheren Investitionskosten lohnt sie sich vor allem bei langen Heizperioden, sehr gut gedämmten Häusern und wenn der Grundstücks eine Bohrung erlaubt. Ein Energieberater kann die Wirtschaftlichkeit berechnen.

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